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Bildung öffnet Türen zum Arbeitsmarkt

Lücken durch bedarfsgerechte Angebote schließen. Die Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte berät Arbeitgeber, die Neuzugewanderte beschäftigen.

Natalia Gnoth (rechts) ist im Landkreis Haßberge Bildungskoordinatorin für Neuzuge-wanderte. Um bedarfsgerechte Angebote zu initiieren, arbeitet sie eng mit Unternehmen und Betrieben zusammen. Mit auf dem Bild Bozena Matusiewicz-Miener und Michael Weiß-Gehring von den Haßberg-Kliniken. Foto: Dietmar Gnoth

„Die Entwicklung bei der Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt ist deutlich besser als vorausgesagt“, wurde kürzlich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Widmann-Mauz, in den ARD Nachrichten zitiert. Bestätigung aus der Praxis findet diese Aussage bei der Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte bei der Kreisentwicklung im Landkreis Haßberge, Natalia Gnoth ebenso wie bei dem langjährigen Pflegedienstleiter der Haßberg-Kliniken, Michael Weiß-Gehring. Die beiden kennen die Hürden von Zuwanderern auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft sehr gut. 

 

„Zunächst“ so Gnoth, „müssen die in den Heimatländern erworbenen Gewohnheiten, Kenntnisse und Fähigkeiten mit den Erwartungen der Arbeitgeber in Einklang gebracht werden“ Das dies nicht so einfach ist, davon weiß auch Weiß-Gehring ein Lied zu singen: „Die ersten Schritte sind der Erwerb ausreichender Sprachkenntnisse, einschließlich der Fachausdrücke, doch auch die Gepflogenheiten im Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen und den Patienten spielen eine bedeutende Rolle. Zudem muss das soziale Umfeld passen, denn die Gefahr, dass der Mensch vereinsamt, wird häufig unterschätzt.“

 

Die Erfahrung deckt sich mit den Erkenntnissen von Natalia Gnoth, die selbst vor einigen Jahren ihre Heimat verlassen hat und nun in den Haßbergen zuhause ist. Gemeinsam mit Arbeitgebern schließt sie Bildungslücken, die sich im Alltag erkenntlich machen. „Es kann ein betriebsinterner Sprachkurs sein“, so Gnoth, aber auch die Erläuterung von Verkehrsregeln, die Organisation eines Kurses zum Führen eines Gabelstaplers“. Sie sieht den Schlüssel zum Erfolg in der Vorgehensweise, maßgeschneiderte Konzepte für jeden Betrieb, der Zuwanderer beschäftigt, auszuarbeiten und mit Leben zu erfüllen. So werden sich die Haßberg-Kliniken an den interkulturellen Wochen beteiligen, die demnächst deutschlandweit durchgeführt werden. Und am Montag, 7. Oktober, steht die von ihr in Kooperation mit Michael Weiß-Gehring organisierte „Verkehrserziehung“ auf dem Programm: Matthias Krapf, Polizeihauptmeister-Verkehrserzieher von der Polizeiinspektion Haßfurt, nimmt Stellung zu mehreren Themenbereichen: wie lange ist mein ausländischer Führerschein gültig? Wie erlangt man einen deutschen Führerschein? Was bedeuten welche Verkehrszeichen? Was ist beim Radverkehr zu beachten? Der Kurs kann von elementarem Nutzen sein, da sich Verkehrsregeln von Land zu Land unterscheiden.

 

Die Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte gibt noch einen Hinweis: Arbeitgeber, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben, können sich gerne wenden an: natalia.gnoth@landratsamt-hassberge.de Telefon 09521/27-376.

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